powered by priesterhoefl
»home

Übersicht Landschaft Dientner Eisenbergbau Verkehr Kirche Schule Gewerbe

Die Schule

 

Ab 1670 liest man etwas von einer Schule, die der Mesner hielt. 1681 hat sich ein paar Jahre der Vikar Mag. Simon Wildhölzl um die Schule angenommen und selber unterrichtet. Die Schule wurde im Mesnerhaus gehalten, das 1788 vom Bach beschädigt, Waschhütte und Backofen weggerissen wurde. Es war erst 1731 als Mesnerhaus gebaut worden, hatte aber kein geeignetes Schulzimmer. 1803 kam der Lehrersohn Martin Sendlhofer, der seminaristisch ausgebildet war. Es gab zuerst 24, später 44 Kinder. Nun wurde das Schulhaus erweitert. Die Handelsbruderschaft hat dazu beigetragen. Die Schule gewann immer mehr Ansehen und Interesse, denn Sendlhofer errichtete auch eine Feiertagsschule, die sogar von 60 Lernbegierigen, aber meist Erwachsenen, besucht wurde. Die Gewerkschaft und der Nagelschmied Josef Reindl waren Förderer der Schule, sie beschafften armen Kindern Schulrequisiten und Mittagssuppe. 1888 kaufte die Gemeinde das Kontrollorhaus an und adaptierte es zu Schule. 1895stieg die Kinderzahl sogar auf 111, nun wurde die Schule zweiklassig. Sie fiel aber wieder und hat 1956 66 Kinder. Eine landwirtschftliche Berufsschule oder Fortbildungsschule wurde 1936 begonnen. Die wichtigsten Lehrpersonen waren: 1810 bis 1820 August Sendlhofer, geb. in Dienten 1779. 1820 bis 1830 Matthias Eckschlager, ihm folgten Georg Stoiß, Ingnaz Moßhammer, Wurzinger, Schmalzhofer, Grießbacher. 1871 bis 1875 Anton Sützl, 18 5 bis 1878 Franz Ebner. Er starb hier an den schwarzen Blattern, die eine Kellnerin aus Hallein hereingebracht hatte. 1879 bis 1882 Josef Ploy, von Saalfelden, nachher in Krimml. 1883 bis 1890 Johann Landerer von Zell am See. 1894 bis 1925 Josef Prünster. Der wirkte 31 Jahre in dem einsamen Alpendorf, war nicht bloss Lehrer, sondern Berater, Förderer und Freund der Gemeinde in vielen Stücken. Wie ein Vater reichte er überall hilfreich die Hand, wo es nottat. Seine Liebe zur Heimat offenbarte sich in eifriger Heimatforschung, Verfassung einer eingehenden Schulchonik. Er hatte elf Kinder. 1926 Altert Seidl, Oberlehrer, 1928 Max Huber, 1932 Otto Puschej. 1929 wirkte als Lehrer der Lehrersohn von Rauris Friedrich Narholz. 1923, 1924 und 1931 wurden von der Schule Weihnachtsspiele aufgeführt.

In Schwarzenbach gab es schon 1674 eine Winkelschule im Dientner Graben, die dem Wolf Sunpichler wegen protestantischer Betätigung streng verboten wurde. 1938 wurde bei Feroli eine Schule für Schwarzenbach aufgemacht, die 1952 zweiklassig wurde. Anton Kollbauer war Oberlehrer

 

Leibesübel

 

Weil Dienten so abgelegen ist, wurde 1774 dem Mesner das "Schrepfen, Aderlassen und Balbieren" erlaubt, was aber Chirugen betrifft, verboten. Von Badern ist sonst nichts in die Schriften gedrungen, wiewohl einheimische Heilpraktiker auch hier gewirkt haben müssen.

Unter den Hebammen hat die Oberkundlbäuerin Maria Andechser von 1814 bis 1884 tausendmal Wege bergauf, bergab gemacht und 555 Kindern zur Lebensluft verholfen. Maria Portenkirchner hat von 1892 bis 1931 711 Kinder ans Licht gezogen, ihr folgte Margreth Steinmetz. Als 1831 in den Nachbarländern die Cholera auftrat, haben die Dientner auch Furcht bekommen und um Kreuzgänge nach Mühlbach angesucht und bewilligt erhalten.

Im März 1938 schlich sich die Diphtherie ein, an der mehrer Kinder erkrankten und zwei starben. 1911 hatte die Gemeinde unter Maul- und Klauenseuche der Rinder schwer zu leiden und Verluste erlitten.

 

Sportliches

 

Unter der männliche Jugend war wie anderswo auch hier das Ranggeln der beliebteste Kraftwettstreit. Sie benützte den Kirchgang zum Kräftemessen und hielt ihre Kämpfe schon vor der Kirchzeit auf dem Kirchplatz ab, bis es 1832 vom Pfleggericht Goldegg verboten wurde. Wegen der hohen Schneelage ist hier für den Wintersport überall ideale Gelegenheit. 1930 wurde ein Wintersportverein gegründet. 1931 kamen die ersten Ski- und Wettläufe der Jugendgruppe zum Austrag. Seitdem erfaßt die Jugend eine stürmische Begeisterung, sich an der Brettlfahrkunst zu üben.