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Die Landschaft

 

Das Dientner Tal ist lang und eng und wenig verlockend, aber wenn man das Dorf erreicht hat, ist man überrascht und erstaunt über das herrliche Alpenbild, das sich hier darbietet. 1500m oberhalb Lend zweigt die Dientner Strasse ab, geht über die Salzach, da grüsst der steinerne W ä c h t e r C h r i s t o p h o r u s links vom Felssporn herab und wir treten ein in den schluchtartigen Graben, Die Wände steigen steil auf, der Bach lässt der Strasse oft gar wenig Platz, sie muss sich winden und drehen, bald links und bald rechts, bis die Ferolisäge kommt. Hier mündet der Schwarzenbach. Dann mündet am linken Ufer der Einersbach, der vom erzreichen Kollmannsegg herunterkommt. Jetzt wird das Tal ruhiger, bis sich auf einmal die hohe Wetterwand breit und gross, wuchtig und dräuend emporreckt. Das Kirchlein leuchtet vom grünen Hügel herab, von da zieht sich der Ort den Bach und die Strasse entlang, ein Stück gegen das Gewände hinein. Behäbige breite Häuser sind an der Strasse, Überbleibsel der einst so berühmten Dientner Eisenwerke.

G e o l o g i s c h gesehen ist das Tal von Schieferzügen eingerahmt. Es sind verschiedene Schiefer, schwarze, graue und grüne Schiefer; Phyllite, die von Osten bis nach Westen streichen. Nach zwei Kilometer ziehen Kalkschiefer durch. Bei der Ferolisäge geht das erste Magnesitband quer duch den Graben. Weiter hinein herrscht der schwarze Fuscher Phyllit (Schiefer) vor. Aber er ist immer wieder von Kalkschiefern und Magnesitbändern unterbrochen. Auf den Höhen vom Hundstein gegen Dienten herab kann man ab und zu schwarze, lavaartige Steinbrocken sehen, die von vulkanischer Tätigkeiten herstammen. Bei der Mündung des Einersbaches gibt es wieder mehrere Magnesiteinlagen. Die Linie Filzensattel bis Dientner Sattel ist eine geologische Grenze, nördlich baut die Triasformation auf den grünen Werfener Schichten ihre Dolomitberge im Hochkönigmassiv auf. Die oberen Lagen dieser Kalkberge sind von Dachsteinkalk gebildet. Südlich der genannten Linie sind Grauwackengesteine, Konglomerate, auch Buntsandsteine. Hier ziehen Bänder und Linsen von Eisenstein durch, der in früherer Zeit gesucht und abgebaut wurde. Gegen das Kollmannsegg gibt es auch Bundsandsteine, Konglomerate und grüne oder rötliche dunkle Werfener vom Schiefer. Der Grauwackenzug, der von Westen nach Osten streicht, wird vom Dientner Bach durchschnitten. Aus den Eiszeiten liegen auf dem Filzensattel und dem Dientner Sattel Gneisblöcke.