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Die Kirche
Über die Vorgängerbauten der heutigen Kirche liegen nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Ein deutlich kleinerer romanischer Vorgängerbau, dessen geradeschließender Chor im Bereich des heutigen Chorbogens lag, konnte durch Grabungsarbeiten (Dr. Fritz Mossleitner, Eva Feldinger) im Jahr 2002 nachgewiesen werden. Urkundlich wird eine Kirche von Dienten erstmals 1407 anläßlich einer Meßstiftung erwähnt. Sie gehörte zur Pfarre Saalfelden, die dem Bistum Chiemsee eingegliedert war. Um das Jahr 1500 erfolgte dann der Neubau der heutigen Pfarrkirche, die einzige zweischiffige Hallenkirche im Salzburger Land. Die Dientner Kirche steht mitten im Tale auf einen Hügel, für das ganze Dorf sichtbar, gegen Süden, nicht nach Osten gerichtet. Neben ihr ein große dreiarmige Linde, die bei der Kirchweihe 1505 gesetzt wurde und jezt unter Naturschutz steht. Die Kirche ist im gotischen Still aus Tuffstein erbaut und hat im Hauptschiff zwei schlanke Tuffsteinsäulen, die die Kirche in zwei Schiffe teilt. Sie gehen nach oben in ein prächtiges Netzgewölbe über, dessen Rippen noch gut erhalten sind. Drei Fenster des Presbyteriums haben oben noch Masswerk aus Tuff. Interessant ist der Schlussstein des Netzgewölbes ober dem Hochaltar, wie überhaupt der ganz Himmel mit dem zierlichen Rippennetz überaus fein wirkt, Auch das Uhrziffernblatt ist an der Decke. Die Innenwände waren einst mit Fresken geschmückt, ober der Empore ist die Geburt Christi erkennbar. Die Kirche frappiert im Innern durch den schönen Barock, der hier aus dem 17. Jahrhundert noch erhalten geblieben ist.
Die Innenausstattung unterlag im Laufe der Zeit einem stetigen Wandel: Statuen, Bilder,.... wurden ausgetauscht und umpositioniert, Neues wurde geschaffen, Altes wieder renoviert; man kann also durchaus von einer Lebensgeschichte unserer Pfarrkirche sprechen. Der Hochaltar ist breit, von von Benedikt Faistenberger in Kitzbühel in schöner Form geschnitzt und von seinem Bruder Wilhelm in Salzburg bemahlt, 1660. Die drei Mittelfiguren, der Kirchenpatron St. Nikolaus, St. Rupert und Erasmus sind gotisch aus der Bauzeit der Kirche, 1505. Neben dem Mittelstück sind die Faistenbergerischen Figuren St. Petrus und Paulus. Über den Durchgängen wurden die Bergwerkspatrone Daniel und St. Barbara postiert, sie sind auch von Faistenberger. Das Tabernakel it Rokokoverzierungen wurde 1766 vom Tischlermeister Michael Eder in Saalfelden gemacht. Der Altar-Aufsatz zeigt Mariens Krönung mit Engeln und St. Josef und Sebastian von Faistenberger. Der rechte Seitenaltar mit dem hl. Paulus stammte von Tischler Georg Jesacher in Saalfelden 1693. Der linke Seitenaltar hat den hl. Johannes von Nepomuk und Anna Selbdritt und viele Barockzierarten von 1730. Der Taufstein ist aus der Kirchenbauzeit in rotem Marmor, der Deckel mit dem schönen Johannes von 1730.An der Wand hängen drei große Taflelbilder, Epitaphe der Gewerkenfamilien Zach und Ainkäß. Auf der mittleren sind die sieben Sakramente in Öl gemalt., darunter vorzügliche Porträts der Zachfamilie, 161 9. Hinter dem Altar sind zwei Grabsteine von Wolfgang Zach dem Älteren und einem Jüngeren, 1556. Eine meterhohe Nikolausstatue von ca. 1500 steht an dem Pilaster, es ist das älteste Stück der Kirche. Die Kirche ist 21m lang, fast 11m breit, der Turm 32m hoch. Der Turm steht auf der Ostseite und hat ovale Schallfenster. Der Turm hat noch eine alte Glocke von 1597, die Martin Frey gegossen hat, da die frühere beim Wetterläuten zersprungen war. Dazu drei Legierungsglocken von 1949. Die Totenkapelle ist am Turm angebaut, sie hat zwei Freskobilder, die Rosenkranzmadonna und die vier letzten Dinge. Mit dem Patrozinium St. Nikolaus wurde der Schutzherr gegen die Gefahren Wasser und des Feuers sowie der Patron der Reisenden gewählt. Was diesen Heiligen besonders auszeichnet, war seine umfassende Gutheit den Mitmenschen gegenüber, auch sein Mut, sich für sie einzusetzen. 1746 erfolgte der Neubau der Empore in der heutigen Form mit 2 getrennten Aufgängen; weiters wurde das Portal von der Südseite auf die Giebelseite verlegt und zwei Fenster im Langhaus ausgebrochen;1783 wurde der nach einen Blitzschlag schwer beschädigte Turm wieder erneuert und der heutige Zwiebelturm aufgesetzt. Aus dem Jahr 1798 stammt der Kreuzweg mit 15 Stationen; 1829 wurde erstmals die Existenz einer Orgel erwähnt; 1906 stiftete der Sägewerkbesitzer Peter Feroli die jetzige Orgel mit 11 Register, angefertigt von Franz Maurach aus Salzburg-Parsch. 1924 erfolgte die Installation der elektrischen Beleuchtung in Pfarrhof, Kirche und Mesnerhaus; 1951 führte man im Zuge einer Innenrenovierung den inzwischen mit Opfergangsbögen und Figuren erweiterten Hochaltar auf den Zustand von 1660 zurück; 1971 erfolgte umfangreiche Renovierung im Außen- sowie im Innenbereich, die Kommunionbank wurde entfernt; 1973 wurde ein Volksaltar aufgestellt und geweiht. Am 10 Juli 2005 erfolgt die feierliche Einweihung des neuen Volksaltares durch Erbischof Dr. Alois Kothgasser. Im Pfarrhof ist ebenerdig eine Kapelle mit Tonnengewölbe eingerichtet. Wegen der häufigen Schneeverwehungen im Winter wird die Messe an Wochentagen hier gehalten. Darin stand eine St.-Josef-Statue, die bei einem Bombenanschlag 1934 zertrümmert wurde.
Renovierung 1999 - 2005
Was das Ausmaß der jetzigen Renovierung betrifft, handelt es sich sicher um eine der bisher umfangreichsten. Die letzten Gesamtrenovierung wurden in den Jahren 1879 und 1971 durchgeführt, getragen - wie auch diese Renovierung - zu einem großen Teil von der Bevölkerung, da auch in der Vergangenheit die Geldmittel immer knapp waren. Die jetzige Renovierung umfasste im Wesentlichen folgende Arbeiten: 1999: Gräberverlegung, Trockenlegung der Außenmauern und Drainagierung 2000: Renovierung der Außenfassade, Neugestaltung des Vorbaues, Erneuerung des Glockenstuhls 2001: Neueindeckung des Turmdaches, Restaurierung von Turmkreuz, Wetterhahn und Kirchturmkugel; Innenbeschallung, Herausnahme des Bodens, Einbringung eines Kieskoffers, div. Elektroarbeiten 2002: Einbau des Gestühlbodens, div. Elektroarbeiten, Verblechung des Sockelgesimses 2003: Erneuerung des Unterbaues und des Bodens der Empore, Innenfassade, Verlegung der Bodenplatten, Renovierung der Raumschale, Anbringung von Kondenswasserrinnen an den Fenstern, Restaurierung des Seitenaltares 2004: Aufstellung des "neuen" Orgelgehäuses, Wiedereinbau des restaurierten Gestühls, Verlegung des Marmorbodens, Einrichtung der Sakristei, Wiederaufbau der Seitenaltäre, Kirchenmalereiarbeiten, Wiederaufstellung der restaurierten Statuen 2005: Sakristeifenster, Sakristeitüren, Außenbeschallung (aus der Festschrift 500 Jahre Pfarrkirche Dienten am Hochkönig)
Geschichte der Seelsorge
Schon 1410 steht auf dem Bichl eine Kirche, deren Anfang aber viel weite zurückgeht. 1410 beklagten sich die Dientner über den Pfarrer Niclas Hunt von Saalfelden, dass bei ihnen viel seltener Gottesdienst gehalten werde. Sie wären daher gezwungen, nach Saalfelden zur Messe zu gehen, wohin aber viele wegen des weiten Weges nicht gehen können. Bischof Englmar von Chiemsee bestimmte dann die Tage, an welchen in Dienten eine Messe sein soll. Den zuerst war Dienten eine Filiale von Saalfelden und es musste ein Kooperator nach Dienten gehen oder reiten, um an gewissen Tagen da Gottesdienst zu halten. Dienten gehörte daher anfangs zum Bistum Chiemsee, weil Saalfelden, dahin inkorporiert war. Der Kooperator hatte im Priesterhöfl, einem kleinem Bauernhaus am Sonnberg, ober dem Zachhof seine Herberge. Er bekam für sein Reitpferd eine Hafersammlung, die bei 15 Bauern vorgenommen wurde. Jeder dieser Bauern musste einen Söchter Hafer leisten. Auch eine Burde Heu und die 30. Garbe berkam er. Ein Gesellpriester ist auf dem Weg von Saalfelden nach Dienten auf der Filzenhöhe im Schneesturm erfroren. Ihm zum Andenken wurde die Filzenkapelle erbaut.
Die Kirche wurde 1502 bis 1504 erbaut und am 12. Juni 1505 vom Chiemseer Bischof Nikolaus von Ypon zu Ehren des hl. Nikolaus geweiht. 1514 stifteten die Eisengewerken Schruef und Schreyer einen Messkaplan in Saalfelden, der hier Gottesdienst halten musste. Der sehr eifrige Bischof Berthold Pirstinger gründete aber 1536 in Dienten ein Vikariat und seitdem führte Dürlinger eine ununterbrochene Reihe von Vikaren in Dienten an. 1891 wurde das Vikariat zur Pfarre erhoben. 1921 brachen Diebe in die Kirche ein, stahlen das Tabernakel, Monstranz und Ziborium vom Pfarrhof, zertrümmerten die Sakristeitür mit einem Schlägel, stahlen zwei Kelche und ein Bittkreuz und zerschulgen die Einrichtung. 1932 wurden wieder Ziborium und Kelch geraubt, aber in zerknittertem Zustand wieder zustandegebracht. Die beiden Strolche wurden in Salzburg von Sicherheitsmännern ausgeforscht und gefasst, sie hatten die zerbrochenen Kelchstücke noch bei sich. Der Pfarrgemeinderat (Periode 2002 - 2007)
Vorne (v.l.): Martin Hotter, Theresia Bacher, Gabi Bürgler, Martina Ottino, Pfr. Alois Dürlinger Hinten: Christine Höring, Alois Fleißner, Berta Steiner, Obm. Rupert Schwaiger, Peter Burgschwaiger, Johann Aberger, Rosi Viehhauser
Die guten Seelen im "pfarrlichen Alltag" Rund um das Pfarrgeschehen gibt es unzählige kleine und große, sichtbare und unsichtbare Aufgaben
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