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Der Dientner
Eisenbau
Dienten war wegen seiner Eisengewinnung schon in alter Zeit bekannt. Der vielerfahrene, salzburgische Naturforscher Fugger hält dafür, dass das berühmte, bei den Römern so hoch geschätzte norische Eisen aus Dienten und Flachau gekommen sei. Man findet nämlich in Dienten sowohl Pingen, trichterförmige Erzgruben, in denen die Alten Erze herausgeschlagen haben, als auch Eisenschlacken, besonders auf dem Altenberg und auf anderen Berghalden, wo sich Erz an Ort und Stelle geschmolzen haben. Das Volk nennt diese Schlacken Heidenschlacken und das ist richtig. Schriftliche Nachrichten über den Bergbau haben wir ersst aus der Zeit vor 1200 . Archivrat Dr. Klein gibt an, dass der Bergbau in Dienten schon im 12. Jahrhundert nachweisbar und belegt ist. 1269 wird dem Leopold von Neideck das Eisenerz und andere Güter abgesprochen, weil er sie vom Erzbischof zu Lehen gehabt, aber ohne zu Fragen verkauft hat. Also gabe es schon 1269 schon Eisenbau. Weiter heißt es: Wulfing von Godegg verleiht dem Walther Gaißlein und seinen Sohn 1343 den Forst Anthersbach (heute Einersbach) bei Dienten, dass sie daraus Holz zu ihrem Eisenbergwerk entnehmen dürfen mit Ausnahme dessen, was Wulfing selber für seine Salzpfanne in Hallein braucht. 1417 widmet EB Eberhard III zu einem Jahrtag im Dom u.a. auch ein Gut in Tuenta supra collem apud ferrimineram. ( Auf einen Hügel beim Eisenbergwerk) EB Eberhard III 140 - 1427, berief die Meister vom Eisenwerk Dienten nach Salzburg und erteilte nach Rücksprache mit den Meistern und Arbeitern 1415 eine genauere Betriebsordnung für Dienten. 1536 wurde vom EB Matthäus Lang wieder eine Reform besonders für Blahwerke, eingefrührt. Durch Hochwasser sind Hammer- und Blahhäuser 1576 so zerissen worden, dass lange Zeit kein Eisen mehr gemacht werden konnte. Die wichtigsten Fundorte der Eisenerze waren: Der Altenberg, östlich vom Dorfe, dort sind noch Halden von 1815 und aus ältester zeit erkennbar; der Nagelschmiebau, und der der Raber sind Stollenbauten am linken Ufer des Baches in Dorfnähe, Pfandelerz und Bürgelloch waren Tagebaue auf Eisenspat und Eisenschiefer und etwas Kupferkies; am Roßberg unter der Bürgelalmhütte sind noch Stolleneingänge, Sauanger hatte Tagbau, dann Kollmannsegg, das war der bedeutendste Erzplatz im Dientner Tale. Hier liegt ein Erzstock aus Spateisenstein: 150m lang und 40m hoch. Da wurde das meiste Eisen gewonnen. Es ziehen hier auch Quarzadern durch, die Bergkristalle, Eisenblüte und Aragonit führen. Südlich vom Kollmannsegg ist der Tennkopf. wo sich Eisenschiefer gebrochen wurde, der al Zusatz beim Schmelzen notwendig war. Am rechten Ufer des Dientner Baches ist die Sommerhalt, südwestlich vom Dorfe, in 1240 m Höhe, hier ist ein schöner Eisenstein, das zweitgrösste Erzlager des Tales.
Die Eisenherrn
Die bekanntesten Gewerken waren Zach, Schruef, Schrayer, Ainkäß und Jud. Sie nennen sich im 17 Jahrhundert Radmeister. Hans Ainkäß, Radmeister in Dienten, gibt 1627 seinem Vetter Wolfgang Zach, der auch Radmeister war, mehrere Grundstücke: Reizegg, den Liebhardtsanger, den Hammer unter der Kirche samt Plawerch, wie er sie von Vater Martin Ainkäß übernommen hat, zu kaufen.Achaz Zach war ein bekannter Gewerke um 1477, Um 1630 hatte der Gewerke Johann Jakob Jud die Bergbaue in Besitz. 1658 kauft sie der EB Guidobald Thun für 15.000 Gulden für das Land. Damit sind die einst berühmten und geehrten Gewerken verschwunden, Die Zach haben in der Kirche noch einige Erinnerungen an ihre Familie.
Das jammervolle Ende
Als im Jahre 1864 die Schichtenglocke das letztemal geläutet wurde, wusste man, dass es das Zügenläuten für das Eisenwerk sei. Es war früher so eigenartig schön gewesen, wenn die Bergknappen um 1 Uhr nachts, jeder eine brennende Fackel in der Hand, in langer Reihe den Berg hinaufstiegen, um droben ihre Arbeit zu beginnen. Jetzt brach ein allgemeiner Jammer im ganzen Dorf aus, viele weinten, denn es war das Grabgeläute für ihre Existenz. Kein Ereignis hat eine so tiefergreifende und nachhaltige Wirkung verursacht als diese kalte Verfügung des österreichischen Montanärars, die so viele Familien brotlos machte. Ein Teil der Knappen und Hüttenarbeiter zog wohl nach Mühlbach und fand dort beim Kupferbergwerk Verdienst, ein anderer Teil verstreute sich in Österreich, die Zurückgebliebenen waren auf ihre kärglichen Landwirtschaft angewiesen und hatten ihren Lebtag mit der Armut zu kämpfen.
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