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Brauchtum

in Dienten


Barbarazweige (4.Dezember)

Ein Brauch, der sich vor allem in bäuerlichen Familien erhalten hat, ist das Schneiden der Barbarazweige. Die Legende berichtet, dass im 3./4. Jahrhundert ein Mädchen namens Barbara in der Türkei in einer Zeit grausamer Christenverfolgungen gelebt hat und sich gegen den Willen ihres Vaters taufen ließ. Dieser sperrte sie darauf in einem Turm. Später wurde Barbara sogar vom Vater enthauptet. Der Legende nach sollen zu Weihnachten auf Ihren Grabe alle Blumen geblüht haben. Darauf ist der Brauch des Schneidens von Barbarzweigen am Namenstag der frühchristlichen Heiligen, auch Patronin der Bergleute, am 4. Dezember, zurückzuführen. An diesem Tag werden Zeige von Obstbäumen abgeschnitten, eingewässert und dann in der Nähe des Ofens aufgestellt. Blühen die Zweige zu Weihnachten, verheißt dies Glück für das kommende Jahr.

Barbarazweige


Frautragen (Advendabenden)

Uralt ist das Frautragen in Dienten. Das Frautragen ist eine Form der Herbergsuche. Dabei werden Marienbilder, in der Adventzeit nach Einbruch der Dunkelheit von Haus zu Haus getragen und hier unter Gebet auf einen geschmückten Ehrenplatz gestellt. Danach Das Bild soll Glück und Segen sowie Schutz für Haus und Hof bringen. In der heiligen Nacht werden die Frauenbilder zur Aufbewahrung zur Kirche getragen, wo sie vom singenden Kirchenchor mit Marienliedern empfangen werden. Diese eindrucksvollen Lieder wurden nur von Einheimischen getextet und komponiert.

Marienbild


Krampustreiben/Nikolaus (5.und 6. Dezember)

Um den 5. und 6. Dezember sind der Heilige Nikolaus als Symbol für das Gute und der Krampus als ein finsterer Begleiter anzutreffen. Der Heilige Nikolaus als Gabenbringer und Patron entwickelte sich aus zwei historischen Persönlichkeiten:

aus dem Bischof von Myra und aus dem Abt Nikolaus von Sion.

Der Bischof von Myra wurde bereits im 6. Jahrhundert als wundertätig verehrt. Eine Vielzahl von Legenden machte ihn zum gütigen Bescherer und Wohltäter. Vielfach werden heute Krampus- und Nikolausumzuge organisiert und inszeniert. In der Krampusmasken-Schnitzkunst werden immer wieder Einflüsse der jeweiligen Zeit sichtbar.

"Dientner Schiachperchten"

 


Rauchengehen (Rauhnächten, das ist am Heiligen Abend, Silvester und am Dreikönigsabend)

Um die bösen Geisterder 3 Raunächte zu vertreiben, gehen die Familien am Heiligen Abend, in der Neujahrsnacht und in der Dreikönigsnacht mit der von Glut und Weihrauch gefüllten Rauchpfanne und Weihwasser durch Haus und Hof. Mensch, Vieh, Hab und Gut sollen auf dieser Weise vor dem Einfluss des Bösen geschützt werden.


Bachltag (24 Dezember)

Bei den Bauern ißt man am Bachltag zu Mittag das sogenannte Bachlkoch. Das Bachlkoch ist eine Mischung aus Mehl, Milch, Butter und Honig. Dieses Essen wird als Fastenkost betrachtet.

 


Sternsinger (Jänner)

Einige Tage vor dem und am Dreikönigstag sind die Sternsinger als Heilige Dreikönige unterwegs. Die Sternsinger verkünden die Weihnachtsbotschaft und bitten um Spenden. An den Haustüren hinterlassen sie sichtbare Spuren: das "C + M + B" mit der Jahreszahl. Viele sehen in diesen drei Buchstaben die Anfänge der Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Kirchlicherseits werden diese Buchstaben gedeutet als lateinischer Spruch " Christus mansionem benedicat" ("Christus segne dieses Haus"). In der Bibel werden sie noch die "Weisen aus dem Osten" genannt. In einigen Orten Salzburgs kommen die Heiligen Drei Könige auch hoch zu Ross.

Dreikönigsritt in Dienten

 


"Krapfenperchten" (Jänner)

Es sind junge Leute, meist zu siebt, die alte, geflickte Weiberkittel anhaben.

Weiteres sind sie mit einer großen Holzschere, Nadel und Zwirn, Schaufel, Besen und mit einem Buckelkorb, aus dem schon Kinderfüße ragen ausgestattet. In den Wohnstuben suchen die Krapfenperchten nach herumliegendem Spielzeug. Wehe, wenn sie aber desgleichen fänden, sie würden der verantwortlichen Person den Bauch "aufschneiden" und das ganze herumliegende Spielzeug hineinschütten. Schließlich ziehen sie weiter auf der Suche nach unordentlichen Häusern.

"Dientner Krapfenperchten"

Sebastianitag (20 Jänner)

"Zu Sebastian greif koa Nad'l an!", heißt ein Spruch zum Gedenken an den Heiligen Sebastian. Der Heilige starb den Märtyrertod, an einem Baum gefesselt, von Pfeilen durchbohrt. Daher sollten an diesem Tag keine Spitzen Gegenstände angegriffen werden, die Hausfrau soll keine Näharbeit verrichten. An diesem Tag ist es Brauch, zur Ehre des Gesundheitspatrons einen Gesundheitsschnaps zu trinken.

 


Sonnwend (Juni)

Alljährlich lodern zu Sonnwend viele Feuer auf den Bergipfeln und Höhen.

Der Feuerbrauch ist das Überbleibsel vorchristlicher Mythologie. Die Feuer sollten unter anderem der nun auf ihrem Höhepunkt stehenden Sonne Beistand leisten. Dem Feuer wird schützende und reinigende Kraft zugesprochen und es soll Licht und Leben symbolisieren. Mit der Feier des Johannistages am 24. Juni ist das Sonnwendfeuer auch zu einem christlichen Brauch geworden.

Sonnwend

 


Hundstoa - Ranggeln (um Jakobi 25.Juli)

Nach strengen, überlieferten Regeln wird um Jakobi (25. Juli ) am Hundstein größte Brauchtums - Rangglerveranstaltung, das "Hundstoa-Ranggeln", abgehalten. Auch in Dienten wurde seit altersher dieses Kräftemessen der Burschen bei jeder Gelgenheit fleißig praktiziert. Aus einer Urkunde ist zu sehen, wie sich der Pfarrer von Dienten auf der Kanzel beschwerte, weil die Burschen während des Gottesdienstes auf dem Kirchbichel beim Ranggeln die Andacht störten.

Der Hundstein gilt als Olymp für die Ranggler, jene starken Männer, die dem urtümlichen alpinen Kampfsport huldigen. Zu Tausenden schlängeln sich die Einheimischen am frühen Morgen auf ihren 2.117 m hohen Hausberg. "Bewahre sie vor Übertreibung und körperlichen Schäden" bittet der Ortspfarrer bei der Messe um das himmlische Wohlwollen für die Alpengladiatoren. Diese betreten nach der Messe die Natur - Arena, einen Flecken Almboden knapp unterhalb des Hundstein-Gipfels. Geranggelt wird nach dem K.O. System in verschiedenen Klassen. Der Gesamtsieger darf sich ein Jahr lang mit dem Titel "Hagmoar" schmücken, der mehr zählt als ein Judo-Staatsmeisterschaftssieg, Das Hundstein-Ranggeln war einst nichts anderes als die Revierkämpfe verliebter Naturburschen, die sich erstmals im 15. Jahrhundert in die Haare geraten sein sollen. Die Auseindersetzng zwischen diesseits und jenseits der Almgrenzen (="Hag") gipfelte schließlich im Jakobi-Ranggeln.


Erntedank (Oktober)

Mit dem Erntedankfest und der Erntekrone dankt man nicht nur für die gute Ernte des vergangenen Jahres sondern man erbittet auch für das kommende Jahr den Segen. Die Erntekrone wird aus Ähren gefertigt und mit Blumen geschmückt. Am Erntedankfest sammelt sich das Volk mit der Musikkapelle und allen Vereinen vor dem Blumenhaus zu einem Wortgottesdienst, danach geht es mit einer feierlichen Prozession zur Kirche hinauf. Das Fest klingt mit einem gemütlichen Beisammensein am Dorfplatz aus.